1: Essverhalten im Spannungsfeld psychischer Belastungen und gesellschaftlicher Einflüsse
Essverhalten von Kindern und Jugendlichen ist eng mit ihrem psychischen Wohlbefinden verknüpft. Leistungsdruck, soziale Ungleichheit, familiäre Belastungen sowie gesellschaftliche Körperideale und soziale Medien prägen zunehmend den Umgang mit Essen. Psychische Belastungen können sich in restriktiven Essmustern, emotionalem Essen oder Essstörungen zeigen und wirken sich nachhaltig auf Gesundheit, Selbstwert und soziale Teilhabe aus. Gleichzeitig sind betroffene Kinder und Jugendliche häufig mit Scham, Stigmatisierung und fehlenden Unterstützungsangeboten konfrontiert.
Das Forum rückt die psychischen Dimensionen von Ernährung in den Mittelpunkt und lädt dazu ein, gemeinsam zu diskutieren, wie Prävention, frühe Unterstützung und angemessene Versorgungsstrukturen gestaltet werden können.
2: Prävention: Von der individuellen Entscheidung zur fairen Ernährungsumgebung
Ernährungsverhalten von Kindern und Jugendlichen entsteht nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit ihrem sozialen, ökonomischen und räumlichen Umfeld. Bildungsstand, Einkommen, Verfügbarkeit von Lebensmitteln sowie die Gestaltung von Kitas, Schulen und Wohnquartieren prägen maßgeblich, was im Alltag möglich ist. Gesundheitsförderliches Ernährungsverhalten ist daher weniger eine Frage individueller Disziplin als vielmehr abhängig von strukturellen Rahmenbedingungen, die gesunde Entscheidungen erleichtern oder erschweren. Ungleiche Ernährungsumgebungen tragen dazu bei, dass sich soziale Unterschiede in Gesundheit früh verfestigen.
Das Forum nimmt diese Zusammenhänge in den Blick und lädt dazu ein, gemeinsam zu diskutieren, wie Prävention wirksam gestaltet werden kann, wenn Verhaltensansätze mit strukturellen Veränderungen in Lebenswelten zusammengedacht werden. Im Fokus stehen interprofessionelle Perspektiven sowie die Frage, wie faire Ernährungsumgebungen geschaffen werden können, die Kinder und Jugendliche unabhängig von ihrer sozialen Lage unterstützen.
3: Ernährung im Kontext chronischer Erkrankungen
Chronische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter verändern den Blick auf Prävention. Wenn eine Erkrankung bereits besteht, geht es nicht mehr nur um Vorbeugung, sondern darum, wie Kinder und Jugendliche im Alltag begleitet, stabilisiert und langfristig unterstützt werden können. Ernährung spielt dabei eine zentrale Rolle, da sie den Krankheitsverlauf beeinflussen und das Risiko für Folgeerkrankungen mitprägen kann. Diese Bedeutung beschränkt sich nicht auf einzelne Krankheitsbilder, sondern betrifft ein breites Spektrum chronischer Erkrankungen und dies von kardiovaskulären Risiken über Diabetes bis hin zu onkologischen Erkrankungen.
Das Forum rückt Ernährung als Bestandteil der Begleitung chronisch erkrankter Kinder und Jugendlicher in den Mittelpunkt und lädt dazu ein, gemeinsam zu diskutieren, wie sekundärpräventive Ansätze, interprofessionelle Zusammenarbeit und unterstützende Versorgungsstrukturen gestaltet werden können, um Kinder und Familien im Alltag zu entlasten.