Gesund aufwachsen im Revier

Erstes Frühchen im Marien Hospital Witten am Herzen operiert

Pressebild_OP Frühchen

Dr. Jan-Claudius Becker, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Marien Hospital Witten, freut sich, den kleinen Louis gesund zu seinen Eltern, Nadine und Sebastian Goralski, nach Hause entlassen zu können.

Über vier Monate zu früh erblickte der kleine Louis Goralski im Marien Hospital Witten das Licht der Welt. Bereits in den ersten Lebenstagen musste er in der Nähe des Herzens operiert werden. Sieben Tage nach seinem ursprünglich berechneten Geburtstermin wurde er jetzt gesund zu seinen Eltern nach Hause entlassen.

„Nur 460 Gramm wog der kleine Louis zum Zeitpunkt seiner Geburt am 25. November. Wie einige wenige der zu früh geborenen Kinder hatte er ein Problem an einem Gefäß, dass sich bei reifen Neugeborenen von alleine verschließt. Es handelt sich dabei um eine Verbindung zwischen der großen Hauptschlagader und der Lungenarterie in unmittelbarer Nähe des Herzens. An diesem sogenannten Ductus arteriosus Botalli musste er operiert werden“, erklärt Dr. Jan-Claudius Becker, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Marien Hospital Witten. Während der Embryonalzeit dient der Ductus arteriosus als Verbindung zwischen Lungen- und Körperschlagader, um das Blut an der im Mutterleib funktionslosen Lunge vorbeizuschleusen. Im Normalfall verschließt sich der Ductus arteriosus bereits wenige Stunden oder Tage nach der Geburt.

Bei den meisten Frühgeborenen unter 750 Gramm, die in den letzten Jahren im Perinatalzentrum Witten versorgt wurden, konnte ein Verschluss dieses Gefäßes durch Medikamente erreicht werden, wenn es nicht zu einem spontanen Verschluss kam. Oder das Gefäß war so klein, dass man es nicht verschließen musste. Das funktionierte bei Louis leider nicht. Eine solche Operation kann nur durch Kinderherzchirurgen durchgeführt werden. Bislang wurden Frühgeborene in spezialisierte Zentren verlegt. Dass diese Operation jetzt im Marien Hospital Witten möglich wurde, erspart zukünftigen Frühgeborenen viel Stress durch den Transport und minimiert Infektionsrisiken durch Aufenthalte in anderen Kliniken. Dr. Becker zeigt sich sehr zufrieden, dass diese Operation bei einem sehr unreifen Kind so komplikationslos erfolgt ist.

„Die für den Säugling lebensnotwendige Operation fand am 19. Dezember auf der Frühgeborenen-Intensivstation des Marien Hospital Witten statt. Unterstützt wurden wir hierbei durch den Kinderherzchirurgen Prof. Dr. Gerardus Bennink und seinem Team aus der Universitätsklinik Köln, der die Operation durchführte“, erläutert Dr. Becker. Die Narkose erfolgte durch die Anästhesie-Abteilung des Marien Hospital Witten.

Louis wog zu diesem Zeitpunkt 787 Gramm. „Louis ist ein kleiner Kämpfer. Er hat die Operation sowie die Phase der extremen Frühgeburtlichkeit sehr gut überstanden, sodass er jetzt gesund nach Hause entlassen werden konnte“, freut sich der Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik am Marien Hospital Witten über den Verlauf. „Das ist ein sensationell schneller Verlauf für ein so unreifes und leichtes Kind. Heute wiegt Louis 2700 Gramm.“

In den vergangenen Wochen hat immer ein Elternteil bei dem Kleinen geschlafen. Über das My-Baby-watch-System konnten die Mutter und Vater ihr Kind auch von zu Hause aus rund um die Uhr webbasiert beobachten. Dank dieser modernen Technik kennen sie inzwischen seine Mimik, Gesten und Bedürfnisse sehr gut. Diese Technik hilft zusätzlich bei der Bindung an das Kind, die für das weitere Leben so wichtig ist. Die Eltern entwickeln damit noch schneller als bisher das notwendige Zutrauen in die Versorgung ihres Kindes.

Erstes Frühchen im Marien Hospital Witten am Herzen operiert

Erstellt am Donnerstag, 26. März 2015, 08:25 Uhr