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Das Projekt MeKidS.best präsentiert sich auf dem Kongress „NEUE WEGE – NEUES WAGEN“

v.l.n.r.: Prof. Dr. med. Thomas Lücke, Direktor der Universitätskinderklinik, Katholisches Klinikum Bochum; Christina Borkowski, Dipl.-Sozialpädagogin, Leiterin von Neue Wege; Berit Schoppen, Projektleitung MeKidS.best, MedEcon Ruhr; Christian Papies, Leiter des Sozialen Dienstes der Stadt Bochum; Matthias Nitsch, ehem. Geschäftsführer der DGfPI

Am letzten Wochenende fand in Bochum der Kongress „NEUE WEGE – NEUES WAGEN 30 Jahre interdisziplinärer Kinderschutz in Bochum“ statt.
Seit dreißig Jahren arbeitet die Beratungsstelle „Neue Wege“ in enger Kooperation mit der Jugendhilfe und der Universitätskinderklinik Bochum gegen Missbrauch, Vernachlässigung und sexueller Gewalt von Kindern und Jugendlichen.
Der Kongress bietet neben einem Rückblick auf die letzten 30 Jahre vor allem einen Ausblick auf die Entwicklungen für den Kinderschutz in Nordrhein-Westfalen.

Berit Schoppen, Projektleiterin von MeKidS.best, war eingeladen um das Projekt und die tiefgreifende Idee dahinter in der Rubrik „Blick nach vorn“ vorzustellen. Der Titel dieses Blocks des Kongresses war aber noch weiter gefasst. Ergänzt durch die Frage „wofür brauchen wir Mut, um es zu wagen?“ konnte Berit Schoppen die Motivation der 21 Projektpartner darlegen, die mit dem Projekt eine neue Versorgungsform etablieren zu wollen.

v.l.n.r.: Prof. Dr. med. Thomas Lücke, Direktor der Universitätskinderklinik, Katholisches Klinikum Bochum; Berit Schoppen, Projektleitung MeKidS.best, MedEcon Ruhr; Monika Bormann, ehem. Leiterin von Neue Wege; Dr. med. Bernd Herrmann, Leiter des Bereichs Kinderschutz, Klinikum Kassel; 1. Vorsitzender der DGKiM

Medizinischer Kinderschutz ist zwar per S3-Leitlinie beschrieben, aber im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen nicht definiert und somit auch in Krankenhäusern und Praxen nicht etabliert. „Stellen Sie sich vor, sie werden mit einem Herzproblem in ein Krankenhaus eingeliefert, aber die Klinik hat keine Mittel um Kardiolog:innen einzustellen“, beschreibt Schoppen plakativ das Problem. Eine weitere Herausforderung besteht zudem in flächendeckend einheitlichen Zusammenarbeitsstrukturen über Einrichtungsgrenzen hinweg.

Mit der Einführung von interdisziplinären MeKidS.teams an neun Kinder- und Jugendkliniken im Ruhrgebiet wird genau dieses Problem zumindest für die Projektlaufzeit teilweise beseitigt. Diese Teams bestehend aus den unterschiedlichsten Professionen können bei Kinderschutzverdachtsfällen interprofessionell und fachgerecht agieren.

„Am Ende des MeKidS.best Projektes wird man es „wagen“ müssen die evaluierten Ergebnisse genau und gründlich aufzuarbeiten und einen nachhaltigen Übergang in die Regelversorgung zu organisieren“, so Berit Schoppen.

Die dreißigjährige Entwicklung der „Neue Wege“ – Beratungsstelle mit ihrem Fokus auf interdisziplinäre Ansätze und dem Willen nach essentieller Vernetzung von Systemen findet sich auch im MeKidS.best Projekt wieder und unterstreicht doppelt die Wichtigkeit dieser Zusammenarbeit im Kinderschutz.

Montag, 4. Oktober 2021