Gesund aufwachsen im Revier

Vom Krankenhaus ins Kinderzimmer

Unterstützung für Eltern und Kind durch das Marien Hospital Witten und den Pro Kid e. V.

Die Versorgung eines extrem frühgeborenen oder schwerkranken Kindes, das gerade aus dem Krankenhaus entlassen wurde, stellt viele Eltern in den eigenen vier Wänden vor große Herausforderungen. Damit Eltern und Kind diesen Übergang von der Klinik ins Kinderzimmer erfolgreich meistern können, kooperiert das Kindermedizinische Zentrum der St. Elisabeth Gruppe am Standort Marien Hospital Witten mit dem Verein Pro Kid e. V., der Träger des Bunten Kreises Ennepe-Ruhr ist.

„In der Klinik versuchen wir, den Eltern extrem frühgeborener oder schwerkranker Kinder alles über deren zukünftige Versorgung mit auf den Weg zu geben und haben auch in der Zeit danach immer ein offenes Ohr für sie“, so Dr. Bahman Gharavi, Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik des Marien Hospital Witten, die zu dem Kindermedizinischen Zentrum gehört. „Dennoch ist es uns bewusst, dass der Übergang aus dem Krankenhaus in die eigenen vier Wände ein großer Schritt für die Familien ist, der mit vielen Ängsten und Herausforderungen verbunden ist. Daher sind wir sehr froh, durch Pro Kid den Eltern unserer kleinen Patienten eine Unterstützung anbieten zu können, die weit über den Klinikaufenthalt hinausgeht“, ergänzt Volker Sander, kommissarischer Chefarzt der ebenfalls zum Zentrum gehörenden Klinik für Kinderchirurgie. „Zudem haben Studien gezeigt, dass beispielsweise die erfolgreiche langfristige Entwicklung extrem frühgeborener Kinder stark von der Qualität ihrer weiteren Förderung und Nachsorge abhängt“, so Dr. Gharavi. „Hier kann der
Pro Kid e. V. viel bewirken.“ Bereits seit 2014 besteht eine Kooperation zwischen dem Pro Kid e. V. und dem Marien Hospital Witten, die fester Bestandteil des Entlassmanagements der Klinik ist.

Motivation, Unterstützung und nützliche Kontakte

„Wenn eine Diagnose ihr Leben verändert, begleiten wir Kinder und ihre Familien vom Krankenhaus ins Kinderzimmer“, erklärt Dr. Dörte Hilgard, Vorstandsmitglied des
Pro Kid e. V. und ärztliche Leitung des Bunten Kreises Ennepe-Ruhr. Der gemeinnützige Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, Kindern und Jugendlichen in der Region Herdecke und dem Ennepe-Ruhr-Kreis mit Witten und Hagen zu helfen. „Nachdem ein Kind im Krankenhaus lag, weil es zu früh auf die Welt gekommen, akut oder chronisch erkrankt ist, einen Unfall hatte oder eine Behinderung festgestellt wurde, ändert sich viel für sein Leben und das seiner Familie. Es benötigt besondere Aufmerksamkeit, Pflege, weitere Behandlungen und Therapien und oft auch spezielle Hilfsmittel, um den Alltag gut meistern zu können.“ Hier kommt dann der Bunte Kreis Ennepe-Ruhr ins Spiel: Ein Team von Mitarbeitern verschiedener Professionen, wie beispielsweise Krankenschwestern und
-pfleger, Sozialarbeiter, Seelsorger und vieles mehr, besucht die Familien regelmäßig zu Hause, um sie zu unterstützen. Auch Gesundheits- und Krankenpfleger des Marien Hospital Witten sind Teil dieses Nachsorgeteams. So können sie mit dem Wissen, das sie in ihrer täglichen Arbeit, beispielsweise auf der Frühgeborenen-Intensivstation, einsetzen, den Eltern auch zu Hause eine wertvolle Stütze sein. Denn besonders Frühgeborene – also Babys, die vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren wurden – haben oft Startschwierigkeiten und benötigen eine umfassende liebevolle Pflege, um Entwicklungsverzögerungen auszugleichen. „Dafür ist es besonders wichtig, dass solche Verzögerungen rechtzeitig erkannt werden und therapeutische Maßnahmen auch nach dem Krankenhausaufenthalt zur Verfügung stehen“, so Dr. Gharavi. So haben Frühchen oft ein schwächeres Immunsystem, wodurch sie krankheitsanfälliger sein können. Aber auch die körperliche Entwicklung ist meist verzögert, da sie bei der Geburt kleiner, leichter und damit weniger stark körperlich entwickelt sind. „Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus stehen die Eltern in der Regel allein vor der Aufgabe, mit diesen neuen Herausforderungen zu Recht zu kommen. Unsere Mitarbeiter organisieren dann beispielsweise Physiotherapien für Frühgeborene oder schwerkranke Kinder, um die Kleinen auch Zuhause zu fördern und die körperliche und motorische Entwicklung voran zu treiben. Dies ist beispielsweise auch bei Kindern notwendig, die nach einem Unfall querschnittsgelähmt sind oder körperliche Behinderungen haben“, berichtet Dr. Hilgard. „Darüber hinaus helfen sie den Eltern dabei, ihren Alltag neu zu organisieren und haben stets ein offenes Ohr für Fragen und Sorgen. Und sollten wir selbst nicht weiterhelfen können, verfügen unsere Mitarbeiter über zahlreiche nützliche Kontakte. So wurden in den letzten Jahren bereits weit über 250 Kinder der Region durch den Bunten Kreis – Pro Kid e.V. versorgt“, so Dr. Hilgard weiter.

Zukunftsweisende Spenden

Da die Kosten für die unterstützenden Angebote des Pro Kid e. V. nur zum Teil von den Krankenkassen übernommen werden, ist der Verein stets auf Spenden und Fördergelder angewiesen: „Nur durch Spenden kann unsere Arbeit auch in Zukunft weiter gelingen“, erklärt Dr. Hilgard. „Daher empfinden wir jede Zuwendung als wertvoll, hilfreich und zukunftsweisend.“

Hintergrund:

Der Verein Pro Kid e. V. mit Sitz in Herdecke, Büro in Witten, wurde 2008 aus dem Erleben des Bedarfs für eine solche Brückenbildung für betroffene Familien in der Region in Kooperation aufgebaut. Pro Kid e. V. ist in der gesamten Region Ennepe-Ruhr für die sozialmedizinische Nachsorge zuständig und kooperiert mit den Kinderkliniken des Marien Hospital Witten, des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke und der Kinderklinik Schwelm. Neben der sozialmedizinischen Nachsorge bietet Pro Kid ein breites Spektrum von Angeboten für Kinder mit Diabetes, für Geschwisterkinder chronisch Kranker sowie Fachveranstaltungen der Kinder- und Jugendpsychiatrie und ein ambulantes multidisziplinäres Adipositas (KIDS ®)-Programm an.

Die St. Elisabeth Gruppe – Katholische Kliniken Rhein-Ruhr ist eine dynamisch wachsende kirchliche Gruppe von Akutkrankenhäusern und Fachkliniken der maximalen Breitenversorgung, Altenpflegeeinrichtungen, Hospizen und diversen Schulungseinrichtungen. Die Standorte in Herne und Witten stellen mit derzeit über 5.100 Mitarbeitern und mehr als 1.600 Planbetten die überregionale Versorgung mitten im Ruhrgebiet sicher. Alle Gruppenmitglieder zeichnen sich durch fachliche Kompetenz und Menschlichkeit aus.

Unter dem Dach der Gruppe sind die fünf Krankenhäuser: das St. Anna Hospital Herne, das Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, das Marien Hospital Witten, das Rheumazentrum Ruhrgebiet, das St. Marien Hospital Eickel sowie die folgenden Einrichtungen zusammengeschlossen: die Medizinische Reha Eickel, das Gästehaus St. Elisabeth, die Ambulante Pflege, das MVZ Herne – Ärzte Hölkeskampring, das MVZ Wanne – Ärzte Am Ruschenhof, das MVZ Witten – Ärzte Marienplatz, das Lukas Hospiz, das St. Elisabeth Hospiz, das Bildungszentrum Ruhr, das Bildungswerk e. V., das Seniorenzentrum St. Georg Herne, das St. Elisabeth Stift Herne, die Krankenpflegeschule, die Akademie der Logopädie, Physio- und Ergotherapie, die Schule für Berufe im Operationsdienst, die Hebammenschule und Kinder in der St. Elisabeth Gruppe.


Erstellt am Montag, 29. Juli 2019, 10:34 Uhr