Gesund aufwachsen im Revier

Spendenkampagne des Klinikums Dortmund

Einweihung Kinder MRT Klinikum Dortmund  Dr. Martina Klein (Leiterin Fundraising, Klinikum Dortmund), Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Prof. Adolf Winkelmann, Filmemacher  [Quelle Foto: Dieter Menne/Ruhrnachrichten]Winkelmann [Foto: Dieter Menne Datum: 02.11.2015]

Einweihung Kinder MRT Klinikum Dortmund
Dr. Martina Klein (Leiterin Fundraising, Klinikum Dortmund), Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Prof. Adolf Winkelmann (Filmemacher)
[Quelle Foto: Dieter Menne/Ruhrnachrichten]

Kolossale Kettenreaktion

Ein außergewöhnliches Fundraisingprojekt ermöglichte dem Klinikum Dortmund die Anschaffung und Installation eines europaweit einmaligen Magnetresonanztomografen für Kinder. Das Krankenhaus sammelte innerhalb von nur 15 Monaten 1,8 Millionen Euro Spendengelder ein. Die Spendenkampagne nahm ihren Anfang in einer Dortmunder Schmuckgalerie. Dort entstand eine Halskette, die von Spendern geschmiedet und schließlich zugunsten des Kinder- Magnetresonanztomografen (MRT) im Konzerthaus Dortmund auktioniert wurde.

Das Engagement für das Kinder-MRT ging quer durch die Dortmunder Stadtgesellschaft: Die politische Spitze zeigte Flagge, der damalige Cheftrainer Borussia Dortmunds (BVB), Jürgen Klopp, übernahm die Schirmherrschaft, die BVB-Stiftung spendete, die Fanclubs backten Reibekuchen, große und kleine Unternehmen jedweder Branche beteiligten sich, Kirchen und eine Moschee, die Insassen der Justizvollzugsanstalt Schwerte, Mitarbeiter anderer Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte, Sport- und andere Vereine. Und auch die Jüngsten machten mit: „Kinder kicken für Kinder„- Aktionen, Schulspendenläufe und singende Kindergärten.

Angstfrei in die Röhre

Vorbild für die Dortmunder Kampagne war der Neubau des „Ann and Robert H. Lurie Childrens  Memorial Hospital of Chicago„ (ehemals: Childrens Memorial of Chicago) und die dortige Anschaffung von vier Magnetresonanztomografen (MRT) für Kinder. Eine Milliarde US-Dollar kosteten Bau und Ausstattung; 85 Prozent davon wurden über Spendengelder finanziert. In den vier alters- und geschlechtsspezifisch gestalteten MRT-Räumen sind die Wandflächen mit Motiven bekannter Kinderserien bemalt, die MRT mit entsprechenden Folien beklebt und in den Röhren selbst werden kurze Filme gezeigt. Mit dieser Ablenkung bleiben die Kinder meist lange genug ruhig liegen, sodass die Aufnahmen gelingen. Das Krankenhaus benötigt daher 80 Prozent weniger Narkosen oder tiefe Sedierungen.

Im Klinikum Dortmund steht nur ein MRT zur Verfügung. Um nach dem Vorbild des Chicagoer Kinderkrankenhauses altersgerechte Umwelten zu generieren, beauftragte das Klinikum einen  Filmemacher. Dieser entwickelte mehrere Themen-Welten: einen Dschungel, eine Unterwasserwelt,  ein Weltall. Je nach Alter und Geschlecht des Kindes verwandelt sich der gesamte MRT-Raum,  einschließlich des Geräts, in eine dieser Welten. Entsprechende Filme einschließlich der entsprechenden Audio-Sequenzen in der Röhre nehmen das jeweilige Thema auf. Zudem ist die Öffnung des Gerätes so groß, dass Mama oder Papa sich dazu legen können. Neue Flüstersequenzen kreieren darüber hinaus eine ruhige Atmosphäre – im Gegensatz zu den bislang sehr lauten, hämmernden Geräuschen der alten MRT. Diese Flüstersequenzen erlauben es auch, die Tiefschlafphase von Babys zu nutzen, sodass sie im wahrsten Sinne des Wortes die Diagnostik verschlafen.


Erstellt am Montag, 9. November 2015, 11:00 Uhr