Gesund aufwachsen im Revier

Diabetes bei Kindern: 4.000 Unterschriften für bessere Versorgung in Schulen und KiTas

Die betroffenen Familien seien teilweise unnötigen und unerträglichen bürokratische Abläufen in der Trauerphase der Neuerkrankung ausgesetzt. Ziel müsse es sein, den Kindern eine unbelastete Kindheit zu ermöglichen. Dazu könnten eine bessere Koordination der Aufgaben und Klärung der Finanzierungswege für Informations- und Schulungsveranstaltungen erheblich beitragen. „Es bedarf allerdings der konkreten Unterstützung durch die öffentlichen Stellen der Kommunen und allen voran der Landesregierung in NRW“, so Dr. Hilgard. „Regionale Beispiele, wie es im Interesse der Betroffenen funktionieren kann, sind seit langem bekannt“.

Nordrhein-Westfalen gibt es ca. 7.000 Kindern, die an Diabetes mellitus Typ1 erkranken – verbunden mit dem Risiko für Begleit- und Folgeerkrankungen. Bislang gibt es aus der Sicht der Betroffenen keine eindeutige Regelung für die Finanzierung der notwendigen zweistündigen Personalschulung in KiTa und Grundschule. Öffentliche Stellen, Krankenkassen und Schulen streiten sich oft über Wochen und ohne Ergebnis, wer den überschaubaren Betrag dieser Maßnahme übernimmt. „Unser Kind bleibt in dieser Zeit dabei auf der Strecke“, so Marion Steinbach aus Köln. „Wir als Eltern von Kindern mit Diabetes erleben tagtäglich die Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen in Kindergärten und Schulen aufgrund Ihrer Stoffwechselerkrankung. Deswegen fordern wir eine Verbesserung der Hilfen, der Koordination und der Finanzierungswege für die Belange von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes“.

Dr. Hilgard ergänzt: „Nur in Schulungen durch Fachpersonal werden dem Schul- oder KiTa-Team Grundlagen zum Diabetes und das Erkennen und Behandeln von Unterzuckerungen vermittelt. Nur durch eine individuelle Information und Anleitung jeder Einrichtung wird eine sichere Betreuung des jeweiligen Kindes ermöglicht. Allgemeine Fortbildungsveranstaltungen (z.B. für Schulleiter und den öffentlichen Gesundheitsdienst), zum Thema „Diabetes in der Schule“ ergänzen, reichen aber bei weitem nicht aus“.

Wie kann die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes verbessert werden? Wie kann die Landesregierung Kitas, Schulen und die Eltern besser unterstützen? Der Antrag, den Ministerin Frau Löhrmann zusammen mit den Unterschriften überreicht bekommt, wird unterstützt von der AGPD (Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Diabetologie, AG der Deutschen Diabetes Gesellschaft, DDG) und fordert von der Landesregierung konkrete Lösungsstrategien, denn die bisherigen Informationsangebote des Ministeriums reichen nachweislich nicht aus, um die Situation der Kinder wirksam und nachhaltig zu verbessern.

Kontaktadresse:
Dr. med. Dörte Hilgard, Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, Gerhard-Kienle-Weg 4, Email: doerte.hilgard@t-online.de


Erstellt am Freitag, 20. November 2015, 12:34 Uhr