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Leitende Hebamme im Interview

Margot Lefarth, leitende Hebamme in der Geburtshilfe des Klinikums Dort-mund, im Interview – über Arbeitsbedingungen, Bezahlung, Zusatzurlaub & Co.

Warum sollte jemand heute noch Hebamme werden?

Lefarth: Ganz einfach, weil es immer noch der schönste Beruf der Welt ist (lacht).

Aber man hört doch, dass vielerorts die Geburtshilfen schließen, während die Geburten deutschlandweit steigen. Nimmt da die Arbeitsbelastung für Sie nicht zu?

Lefarth: Gegenfrage: In welchem Job nimmt denn heutzutage die Arbeitsbelastung nicht zu? Ich kenne offen gesagt keinen. Deshalb ist es in meinen Augen alles eine Frage der Organisation der eigenen Arbeit. Wir im Klinikum haben uns auf diesen Wandel eingestellt. Beispielsweise werden wir Hebammen in Zukunft in jedem Dienst rund um die Uhr durch eine Medizinische Fachangestellte unter-stützt. So können wir uns intensiv um die Gebärenden kümmern und bei einer 4- 4-3-Besetzung weiß ich als Hebamme „meine Frauen“ auch weiterhin gut ver-sorgt, wenn ich mal für eine längere Zeit zur Geburt in einem Kreißsaal verschwunden bin. Zudem gibt es bei uns an drei Tagen in der Woche immer eine Kollegin, die vorrangig die Frauen mit den geplanten Kaiserschnitten betreut. Das heißt, dass wir anderen uns auf die natürlichen Geburten konzentrieren können. Das ist quasi Luxus im Vergleich zu vielen anderen Geburtshilfen in Deutschland.

Was ist das Besondere, im Klinikum Dortmund Hebamme zu sein?

Lefarth: Wir haben als Perinatalzentrum Level 1 über 2.200 Geburten pro Jahr, darunter natürlich auch Mehrlings- und Risikogeburten. Wir sehen halt im Berufs-alltag einer Hebamme in einem Haus der Maximalversorgung vieles, was viele kleinere Geburtshilfen nicht bieten können. Das macht die Arbeit hier so ab-wechslungsreich und spannend. Gerade als Berufsanfängerin kann ich hier sehr viel lernen, von dem ich auf meinem weiteren Berufsweg nur profitieren kann. Zudem ist unser geburtshilfliches Team enorm. Eine gesunde Mischung als Alt und Jung, dazu eine gute Stimmung.

Ok, diese „weichen Faktoren“ im Arbeitsleben sind das Eine, aber wie sieht es mit der Bezahlung aus?

Lefarth: Die liegt auch weit über dem, was viele andere Geburtshilfen zahlen. Wir zahlen nämlich jetzt schon nach TVöD EG9b VKA, also bereits so, wie die Gehälter in zwei, drei Jahren sein werden, wenn der Beruf durch die anstehende Akademisierung eine Aufwertung im Rahmen der Ausbildung erfährt. Wir bekommen außerdem bis zu neun Tage Zusatzurlaub sowie eine ganze Reihe Fort- und Weiterbildungsprogramme finanziert. Wer sich also bei uns einbringen will, ist herzlich willkommen.

Dienstag, 9. Juli 2019