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Tag des brandverletzten Kindes am 7. Dezember

„Heiße Flüssigkeiten sind für Kinder eine große Gefahr. Es reicht schon eine einzige Tasse mit heißer Flüssigkeit aus, um 30 Prozent der Körperoberfläche eines Kleinkindes schwer zu verbrühen. Dann besteht Lebensgefahr“, sagt Chefarzt Prof. Dr. Mehmet Altintas. Der Spezialist für Verbrennungschirurgie am Bergmannsheil Buer unterstützt am „Tag des brandverletzten Kindes“ (07.12.2020)  die Initiative Paulinchen e.V.

 

Im vergangenen Jahr wurden 130 Kinder und Jugendliche wegen einer Verbrühung oder Verbrennung in der Gelsenkirchener Spezialklinik ambulant behandelt. Bei weiteren 70 Kindern im Alter zwischen einem und drei Jahren waren die Verbrühungen so groß, dass sie stationär versorgt werden mussten. Sie bleiben wochen-, gar monatelang im Krankenhaus und müssen zahlreiche Verbandswechsel unter Narkose erdulden. Abhängig von der Verbrennungstiefe sind Hauttransplantationen notwendig. Narben und großflächige Hautveränderungen werden das betroffene Kind ein Leben lang an den Unfall erinnern. „Brandverletzungen greifen massiv in die körperliche und seelische Entwicklung eines Kindes ein“, betont Dr. Altintas, „nur Eltern, die die Gefahren kennen, können ihre Kinder schützen.“

 

Tipps zum Schutz vor Verbrühungen und Verbrennungen:

  • Nichts Heißes essen oder trinken, während ein Kind auf dem Arm oder Schoß ist.
  • Heißgetränke nie zu nah an den Rand von Tisch-und Arbeitsplatte oder auf dem Boden abstellen.
  • Keine herabhängenden Tischdecken verwenden; Kinder könnten sich daran hochziehen.
  • Wasserkocher und andere elektrische Geräte immer außer Reichweite von Kindern stellen. Vorsicht mit herabhängenden Kabeln!

 

Zahlen und Fakten

Paulinchen – die Initiative für brandverletzte Kinder e.V. veröffentlicht erschreckende Zahlen: Jährlich verbrennen und verbrühen sich in Deutschland mehr 7 500 Kinder unter 15 Jahren so schwer, dass sie stationär aufgenommen werden. Die Organisation engagiert sich für Prävention und Rehabilitation www.paulinchen.de

 

Die Liste möglicher Gefahrenquellen ist lang: Töpfe oder Pfannen, die ungesichert auf dem Herd stehen und hinabgerissen werden, Wasserkocher mit herabhängendem Kabel, Tassen oder Kannen mit heißen Getränken, die mit der Tischdecke hinuntergezogen werden, Heizkörper, ungesicherte Herdplatten, Ofentüren, Bügeleisen, Kerzen, Streichhölzer, Feuerzeuge, Brandbeschleuniger beim Grillen, Feuerwerkskörper, aber auch die Säuren in Reinigungsmittel stellen eine große Bedrohung für Kinder dar.

 

Brandverletztenintensiveinheit

Seit 1985 ist am Bergmannsheil Buer eine renommierte Brandverletztenintensiveinheit etabliert. Die Klinik hat sich einen überregionalen Ruf erworben. Für die Akut- und Folgebehandlung von Schwerbrandverletzten stehen vier moderne Intensivbetten und erfahrene Verbrennungschirurgen rund um die Uhr bereit. Um die Patienten optimal vor Erregern zu schützen, sind die Zimmer nur durch Schleusen zu betreten. Für die Behandlung dieser Patienten sind eine hohe Luftfeuchtigkeit und subtropische Temperaturen wichtig, um eine Unterkühlung der Patienten zu verhindern.

 

Fragen beantwortet Ihnen Prof. Dr. Altintas gerne unter Tel 0209 – 5902-277.

Freitag, 4. Dezember 2020