Gesund aufwachsen im Revier

Eine Chance für die natürliche Geburt

Prof. Dr. Rainhild Schäfers von der Hochschule für Gesundheit in Bochum (l) und Dunja Golobek, Leitende Hebamme am Knappschaftskrankenhaus Dortmund eröffneten den Informationsnachmittag für Hebammen und niedergelassene Gynäkologen.

Professorin der Hochschule für Gesundheit in Bochum referierte auf Einladung des Knappschaftskrankenhauses Dortmund

Warum die Kaiserschnittrate in Deutschland deutlich höher ist, als von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlen, und wie man dem begegnen kann – das erfuhren jetzt interessierte Gynäkologinnen und Hebammen aus Dortmund und Umgebung bei einem Vortragsnachmittag, zu dem das Klinikum Westfalen eingeladen hatte. Die Professorin für Hebammenwissenschaft, Prof. Dr. Rainhild Schäfers von der Hochschule für Gesundheit in Bochum, informierte die Fachfrauen über mögliche Ursachen für die in Deutschland immer noch viel zu hohe Kaiserschnittrate und ging auch auf eine groß angelegte Studie der Universität Halle und der Hochschule für Gesundheit in Bochum zum Thema ein: Unter dem Motto „Be Up – Geburt aktiv“ und mit Hilfe von 4.000 teilnehmenden Frauen wird darin erforscht, ob und warum ein alternativ gestalteter Gebärraum Auswirkungen auf eine natürliche Geburt hat.

Die Klinik für Geburtshilfe am Knappschaftskrankenhaus Dortmund ist eine von bundesweit zwölf geburtshilflichen Abteilungen, die sich an dieser Studie beteiligen. Dafür wurde in Dortmund-Brackel, wo ohnehin mehr als drei Viertel aller Babys auf natürlichem Weg zur Welt kommen, zusätzlich zu den schon traditionellen Angeboten von Wassergeburten und weiteren Möglichkeiten ein Gebärraum als alternativer Gebärraum eingerichtet. Hier sorgt ein Sichtschutz an der Tür für Privatsphäre. Den werdenden Müttern stehen eine Bodenmatte, eine Matratze, ein Sitzsack und Schaumstoffelemente zur freien Verfügung, die sie bei Wehen und Geburt nutzen können, um sich zu entspannen und die Wehen zu verarbeiten. Gemeinsam mit Ihrer Begleitperson können sie an einem Esstisch sitzen, auf einem Bildschirm Filme mit Naturszenen betrachten, mitgebrachte DVDs oder CDs abspielen und das Licht selbst einstellen. Außerdem gibt es heiße und kalte Getränke und kleine Snacks.

In ihrem Vortrag nannte Prof. Dr. Schäfers bisher unveröffentlichte Zahlen und Fakten zu hohen Interventionsraten, ihren Ursachen und möglichen Lösungen. Die geladenen Gynäkologinnen und Hebammen und das geburtshilfliche Team des Knappschaftskrankenhauses Dortmund zeigten sich gleichermaßen beeindruckt und konnten interessante Anregungen für die Praxis mitnehmen.


Erstellt am Dienstag, 23. Oktober 2018, 09:54 Uhr