Eine interprofessionelle Herausforderung
Kongress für Kinder- und Jugendgesundheit am 4. Juli 2026
Die Ernährungsgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert und stellen eine wachsende gesundheitliche und gesellschaftliche Herausforderung dar.
Ernährung beeinflusst nicht nur Wachstum und körperliche Entwicklung, sondern wirkt sich ebenso auf psychisches Wohlbefinden, soziale Teilhabe und langfristige Gesundheitsverläufe aus. Bereits im Kindes- und Jugendalter treten gesundheitliche Beeinträchtigungen auf, die früher vorwiegend im Erwachsenenalter beobachtet wurden. Kommunale Gesundheitsberichte und Schuleingangsuntersuchungen zeigen, dass Übergewicht und Adipositas sozial ungleich verteilt sind und insbesondere Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Lebenslagen betreffen. Ungesunde Ernährungsweisen, Bewegungsmangel und eingeschränkte Zugänge zu gesundheitsfördernden Angeboten verstärken bestehende Ungleichheiten.
Gleichzeitig gewinnen psychische Aspekte des Essverhaltens an Bedeutung. Essstörungen, emotionale Essmuster und der Einfluss gesellschaftlicher Körpernormen sowie sozialer Medien wirken sich zunehmend auf junge Menschen aus. Ernährung ist daher nicht allein eine Frage individuellen Wissens oder Verhaltens, sondern eng mit sozialen, emotionalen und strukturellen Bedingungen verknüpft. Die Förderung von Gesundheitskompetenz erfordert neben Information auch unterstützende Lebenswelten, in denen gesunde Entscheidungen möglich sind.
Ernährung im Kindes- und Jugendalter ist somit eine interprofessionelle Aufgabe, die Gesundheitswesen, Bildung, Kommunen und Politik gleichermaßen betrifft. Der Kongress greift diese Zusammenhänge auf und bietet Raum für Austausch, um Prävention und Versorgung nachhaltig weiterzuentwickeln.





