Projekte & Initiativen

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Start mit Stolpern – Kinderschutz des Klinikums Dortmund

2c747a0f90Kinder aus Familiensystemen, die durch Sucht, Behinderung, psychische Erkrankung oder andere psychosoziale Umstände belastet sind, unterliegen einem besonderen Entwicklungsrisiko.

„Start mit Stolpern“ ist ein Präventionskonzept, das im SPZ entwickelt wurde. Kinder aus Familiensystemen, die durch Sucht, Behinderung, psychische Erkrankung oder andere psychosoziale Umstände belastet sind, unterliegen einem besonderen Entwicklungsrisiko.

Durch frühzeitige Intervention – möglichst schon während der Schwangerschaft – sollen verschüttete Gesundheits-, Bindungs- und Erziehungsressourcen der Eltern aufgedeckt und gestärkt werden. Der Prozess von Bindungs-, Interaktions- und Verhaltensdiagnostik beginnt bereits während des stationären Aufenthaltes des Kindes.
Während der Begleitung werden drohende Beeinträchtigungen des Kindes erfasst und gemildert. Wir arbeiten in einem Netzwerk aus niedergelassenen Ärzten, Jugendhilfe, Klinik und Drogenhilfe.

Ein professionelles, jeweils individuelles Begleitnetz aus den Bereichen Medizin, Pflege, Heilpädagogik und Sozialarbeit arbeitet innerhalb der Klinik zusammen und gewährleistet durch die enge Kooperation u.a. mit niedergelassenen Ärzten, Hebammen, der Jugend- und Drogenhilfe in Dortmund einen nahtlosen Übergang in den nachstationären Bereich. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht es, sowohl Ressourcen als auch Probleme der Familien zu erkennen und individuell zu berücksichtigen.

Seit 1998 wurde das Konzept im Rahmen verschiedener Projektphasen entwickelt und implementiert. Durch ein Modell der Mischfinanzierung durch das Klinikum und die Stadt Dortmund sowie mit Spendengeldern ist es seit 2007 in der Regelversorgung weitgehend etabliert.

Die Entwicklungsneuropsychologische Ambulanz der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin hat 2010 zusammen mit der Hochschule für Gesundheit und der Ruhr-Universität Bochum im Kontext des Projektes eine Untersuchung zu Langzeiteinflüssen illegaler Suchtmittel auf die kindliche Entwicklung begonnen. Dabei sollen Erkenntnisse zur Ausprägung kindlicher Entwicklungsbesonderheiten in den Bereichen Kognition (Intelligenz, Aufmerksamkeit), sozial-emotionale Entwicklung (Verhaltensstörung, emotionale Regulation, Bindungsklassifikation) nach pränataler Suchtmittelexposition gewonnen und wichtige Implikationen für die psychosoziale Begleitung von Neugeborenen und Kleinkindern von suchtmittelkonsumierenden Eltern abgeleitet werden.

 

(Stand Juni 2021)

Montag, 24. November 2014