Kongress

2. Ruhrgebietskongress zur Kinder- und Jugendgesundheit

PROGRAMM

Moderation: Anna Bartl, Radio Essen

09:30 Uhr | Check-In


10:00 Uhr | Begrüßung

  • Thomas Kufen
    Oberbürgermeister der Stadt Essen
  • Dr. Uwe Kremer
    Geschäftsführer MedEcon Ruhr

10:10 Uhr | Gesund aufwachsen – Prävention für ein Leben lang

  • Barbara Steffens
    Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen

10:30 Uhr | Gelingendes Aufwachsen in gemeinsamer Verantwortung – Kinder- und Jugendgesundheit im Kontext integrierter Gesamtkonzepte kommunaler Prävention

  • Dr. Heinz-Jürgen Stolz
    Leiter der Landeskoordinierungsstelle „Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor“, Institut für soziale Arbeit e.V. Münster

10:45 Uhr | Diskussionsrunde mit Ministerin Barbara Steffens und Dr. Heinz-Jürgen Stolz

  • Ulrich Adler
    Leiter regionales Vertragswesen der Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Nordrhein-Westfalen
  • Dr. med. Burkhard Lawrenz
    Landesverbandsvorsitzender Westfalen-Lippe im Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte
  • Peter Renzel
    Geschäftsbereichsvorstand für Jugend, Bildung und Soziales der Stadt Essen
  • Prof. Dr. med. Claudia Roll
    Chefärztin der Neonatologie und Pädiatrischen Intensivmedizin, Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln und Vorstandsmitglied des MedEcon Ruhr e.V.

11:30 Uhr | Mittagspause


Fachforen zu drei Schwerpunkten

Hinschauen. Erkennen. Helfen. Kindeswohl und Kindesschutz
(Fachforen 1 und 4)

Begleiten. Unterstützen. Teilhaben. Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen
(Fachforen 2 und 5)

Vorbeugen. Mitwirken. Gestalten. Gesundheit in Gemeinden und Quartieren
(Fachforen 3 und 6)

12:30 Uhr | Fachforen 1 – 3

14:00 Uhr | Kaffeepause

14:30 Uhr | Fachforen 4 – 6


16:00 Uhr | Ausklang / Ende des Kongresses

 


PROGRAMM | Fachforen| 12:30 – 16:00 Uhr

Hinschauen. Erkennen. Helfen.
Kindeswohl und Kindesschutz

Kindern und Jugendlichen ein geschütztes und gesundes Aufwachsen zu ermöglichen ist übergreifendes Ziel aller Professionen, die auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendgesundheit arbeiten. Ein besonderer Fokus wird dabei auf Kinder und Jugendliche gerichtet, deren Lebenssituation von besonderen Risiken für ein gesundes Aufwachsen gekennzeichnet ist. Einerseits geht es um die Hindernisse und Perspektiven für einen kooperativen Kindesschutz, andererseits um die besondere Herausforderung nicht-krankenversicherter Kinder und Jugendlicher im Ruhrgebiet.


12:30-14:00 Uhr | Fachforum 1

Kooperativer Kinderschutz – Stolperstein „Schnittstelle“

Die Zusammenarbeit von Gesundheitswesen und Jugendhilfe ist – nicht nur im Kontext der Frühen Hilfen – von zentraler Bedeutung für einen wirksamen Kindesschutz. Unvollständiges Wissen um Möglichkeiten und Grenzen des jeweils anderen Sektors, unklare Zuständigkeitsfragen sowie ein häufig noch fehlendes gegenseitiges Systemverständnis bilden immer noch die größten Stolpersteine für ein gemeinsames Vorgehen. Ziel des Forums ist der Austausch der Akteure über die Bedeutung des Gesundheitswesens für kooperativen Kinderschutz vor Ort sowie eine Verständigung darüber, wie systemübergreifende Zusammenarbeit verbindlich, effektiv und nachhaltig strukturell verankert werden kann.

Vorsitz: Dr. med. Matthias Albrecht, Vorsitzender Deutscher Kinderschutzbund e.V., Ortsverband Dortmund

Impulsbeiträge mit anschließender Diskussion:

  • Monika Bormann, Leiterin der Beratungsstelle „Neue Wege“, Caritasverband für Bochum und Wattenscheid e.V.
  • Britta Discher, Projektleitung „Konzepte für Kinder“, Modellprojekt im Lebenszentrum Königsborn, Unna
  • Ingrid Krüger, Leitung der Fachgruppe Frühe Förderung und Elternbildung, Jugendamt der Stadt Essen
  • Prof. Dr. med. Michael Paulussen, Ärztlicher Direktor der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln, Universität Witten/Herdecke

14:30-16:00 Uhr | Fachforum 4

Kinder und Jugendliche ohne Krankenversicherungsschutz

Trotz gesetzlicher Krankenversicherungspflicht gibt es im Ruhrgebiet eine große Anzahl an Personen mit fehlendem bzw. ungeklärtem Versicherungsschutz, darunter viele Kinder und Jugendliche. Ihre medizinische Basisversorgung wird oft über klinische Notfallversorgung oder ehrenamtliches Engagement von Medizinerinnen und Medizinern, Wohlfahrtsverbänden und privaten Organisationen gewährleistet. Gesundheitsfördernde und präventive Angebote können dabei ebenso wenig sicher gestellt werden wie eine nachhaltige Behandlung von Krankheiten. Mit dem Forum sollen (regionale) Lösungen zur Integration der Betroffenen in die präventive und kurative Regelversorgung angestoßen werden.

Vorsitz: Winfried Book, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft „Essen forscht und heilt“

Impulsbeiträge mit anschließender Diskussion:

  • Simone Hyun, Assistentin der Geschäftsführung, HELIOS Klinikum Duisburg
  • PD Dr. med. Hermann Kalhoff, leitender Oberarzt der Klinik für Kinder und Jugendmedizin, Klinikum Dortmund
  • Ulrike Sorge, Koordinierungsstelle Zuwanderung Südosteuropa, Stadt Herne

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Begleiten. Unterstützen. Teilhaben.
Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen

Chronische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter beeinflussen Lebensqualität, soziale Teilhabe und die gesundheitliche Entwicklung bis in das Erwachsenenalter hinein. Dies gilt für seltene Erkrankungen ebenso wie für die „neuen Volkskrankheiten im Kindes- und Jugendalter“, die zunehmend an die Stelle der klassischen (akuten) Kinderkrankheiten treten. Sie erfordern adäquate medizinische und psychologische, soziale und familienunterstützende Versorgungsleistungen, die als intersektorale Aufgabe wahrgenommen werden müssen. Ebenso notwendig ist eine an Lebensphasen und biografischen Umbrüchen orientierte Gesundheitsversorgung.


12:30-14:00 Uhr | Fachforum 2

Case Management bei chronischen Erkrankungen

Bei der vorbeugenden, begleitenden oder kurativen Behandlung chronischer Erkrankungen ist die Spezifik der Krankheit ebenso wichtig wie die jeweilige Lebensphase. Lassen sich – bei aller Spezifik – auch gemeinsame Eckpunkte eines Case Managements bei chronischen Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen definieren? Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung, Förderung der Teilhabechancen, Prävention von Chronifizierungen und Multimorbiditäten sind dabei zentrale Elemente – ebenso wie die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Berufsgruppen und Einrichtungen. Ausgehend von praktischen regionalen Beispielen soll über derartige Eckpunkte diskutiert werden.

Vorsitz: Dr. Sabine Schipper, Geschäftsführerin der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft Nordrhein-Westfalen

Impulsbeiträge mit anschließender Diskussion:

  • Dr. med. Maria d. P. Andrino, Leiterin der Interdisziplinären Frühförderstelle des Franz Sales Hauses, Essen
  • Ruth Lewe, Gesundheits- und Kinderkrankenschwester, Patientenmanagement der Universitätskinderklinik Bochum
  • Dr. Katrin Linthorst, Psychiatriekoordinatorin im Gesundheitsamt der Stadt Herne
  • Dr. med. Petra Zieriacks, stellv. Landesverbandsvorsitzende Nordrhein im Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte

14:30-16:00 Uhr | Fachforum 5

Transition: Erwachsenwerden mit chronischer Erkrankung

Der koordinierte Übergang chronisch kranker Jugendlicher aus der Pädiatrie in die Erwachsenenmedizin („Transition“) stellt im Versorgungsalltag noch eine Ausnahme dar. Dabei geht es um mehr als Medizin. Auch psychologische und soziale Aspekte sowie die Auswirkungen auf den weiteren Lebens- und Berufsweg sind systematisch zu berücksichtigen. Die Stärkung der Jugendlichen im Umgang mit ihrer Erkrankung („Empowerment“) ist ebenso wichtig wie das Schnittstellenmanagement zwischen Pädiatrie und Erwachsenenmedizin. Transition ist insofern kein „versorgungstechnisches“ Spezialthema, sondern steht für eine an Lebensphasen orientierte Versorgung. Das Forum soll hierfür regionale und übertragbare Ansätze diskutieren.

Vorsitz: Prof. Dr. Sandra Bachmann, Professorin für Pflege, Hochschule für Gesundheit, Bochum

Impulsbeiträge mit anschließender Diskussion:

  • Dr. med. Rebekka Busch, Leiterin Kinder- und Jugendgesundheitsdienst, Bezirksstelle Stadt Recklinghausen
  • Dr. Gundula Ernst & Dr. med. Rüdiger Szczepanski, Kompetenznetz Patientenschulung im Kindes- und Jugendalter KomPaS e.V., Kinderhospital Osnabrück / Medizinische Hochschule Hannover
  • Dr. med. Claudio Finetti, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und des Sozialpädiatrischen Zentrums, Elisabeth-Krankenhaus Essen
  • Prof. Dr. med. Peter F. Hoyer, Direktor der Klinik für Kinderheilkunde II, Universitätsklinikum Essen
  • Karsten Menn, Geschäftsbereichsleiter Leistung und Vertrag der Barmer GEK Nordrhein-Westfalen

Vorbeugen. Mitwirken. Gestalten.
Gesundheit in Gemeinden und Quartieren

Quartiere und die in ihnen beheimateten Settings spielen eine entscheidende Rolle für die Gestaltung von gesundheitlichen Präventions- und Gesundheitsangeboten. Für kommunale Interventionen stellen sie kleinräumige und überschaubare Steuerungsebenen dar; für Kinder und Jugendliche sind sie unmittelbare Lebenswelt, in denen das Zusammenspiel von Gesundheit, Umwelt, Demografie und Sozialstruktur besonders deutlich wird. Mit der Frage nach Gesundheits- und Sozialberichterstattung sowie nach Partizipation und Zielgruppenorientierung werden zwei entscheidende Aspekte für wirksame Prävention und eine adäquate Gesundheitsversorgung auf Quartiersebene vertieft.


12:30-14:00 Uhr | Fachforum 3

Gesundheits- und Sozialberichterstattung als Gestaltungsressource

Gutes Quartiersmanagement braucht ein Datenmonitoring, welches besondere Problemlagen und Bedarfe auf kleinräumiger Ebene signalisiert, Veränderungen über Zeiträume anzeigt und Vergleiche zwischen Quartieren und Kommunen ermöglicht. Im Forum soll die Eignung ausgewählter Screenings – z.B. Schuleingangsuntersuchungen und pädiatrische Vorsorgeuntersuchungen – für eine Gesundheits- und Sozialberichterstattung erörtert werden. Zwei Aspekte sind von besonderer Bedeutung: Unterstützt eine derartige Berichterstattung das Zusammenwirken der verschiedenen Professionen? Und: Gibt es auch Perspektiven für ein kommunenübergreifendes Monitoring auf regionaler Ebene?

Vorsitz: Dr. Heinz-Jürgen Stolz, Leiter der Landeskoordinierungsstelle „Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor“, Institut für soziale Arbeit e.V. Münster

Impulsbeiträge mit anschließender Diskussion:

  • Volker Kersting, Leiter „Statistik und Stadtforschung“, Mülheim an der Ruhr
  • Dr. med. Burkhard Lawrenz, Landesverbandsvorsitzender Westfalen-Lippe im Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte
  • Ingolf Rascher, Landeskoordinator Netzwerk Kinderzukunft NRW, IMO Institut Hilden
  • Arndt Winterer, Direktor des Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen

14:30-16:00 Uhr | Fachforum 6

Partizipation und Zielgruppenorientierung im Quartier

Die Wirksamkeit von Prävention und gesundheitlicher Versorgung steht und fällt mit der Mitwirkung ihrer Adressaten und Zielgruppen. Während in anderen kommunalen Politikfeldern ausgereifte Instrumente zur Partizipation und Beteiligung zum Einsatz kommen, sind Prävention und Gesundheitsversorgung noch stark durch die „Angebotsseite“ und ihre Professionen geprägt. Im Forum sollen innovative Möglichkeiten der Ansprache und Partizipation – insbesondere für schwer zu erreichende Zielgruppen – aufgezeigt werden, die Eingang in ein entsprechendes Quartiersmanagement finden und Anstöße für kommunale Prävention geben sollten.

Vorsitz: Prof. Dr. Sven Dieterich, Professor für Gesundheitswissenschaften, Hochschule für Gesundheit, Bochum

Impulsbeiträge mit anschließender Diskussion:

  • Dagmar Eckart, Leiterin der Koordinierungsstelle Kommunale Prävention, Stadt Gelsenkirchen
  • Doris Franzen, Geschäftsbereich Prävention/Gesundheitssicherung der AOK Rheinland/Hamburg
  • Jun.-Prof. Dr. Matthias Hastall, Fakultät für Rehabilitationswissenschaften, Sprache und Kommunikation, Technische Universität Dortmund
  • Gaby Schütte, Leiterin Stabsgruppe Campusentwicklung, Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen
  • Susanne Severin, Landeskoordinatorin des Landesprogramms Bildung und Gesundheit Nordrhein-Westfalen

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