6. Ruhrgebietskongress „GESUND AUFWACHSEN IM REVIER“ wird verschoben

Leider haben wir uns dazu durchringen müssen, den für kommenden Samstag, 07.03.2020 angesetzten Ruhrgebietskongress zur Kinder- und Jugendgesundheit abzusagen und zu verschieben.

Die Absage erfolgt zum einen sicherheitshalber aufgrund verschiedener Empfehlungen und Einschätzungen in Bezug auf die Verbreitung bzw. Eindämmung des Corona-Virus. Zum anderen sind verschiedene Teilnehmergruppen z.Zt. beruflich mit dieser Fragestellung (zusätzlich zum derzeitigen Höhepunkt bei Influenza und grippalen Infekten) in einem Maße befasst, dass wir mit einem nachvollziehbaren größeren Teilnehmerausfall rechnen müssen.

Mit Blick auf die Bedeutung der Kongressthemen und das in den Anmeldungen deutlich gewordene enorme Teilnehmerinteresse möchten wir den Kongress zu einem geeigneteren Zeitpunkt nachholen. Den Ersatztermin werden wir in Kürze bekannt geben.

Wir setzen auf Ihr Verständnis und hoffen weiterhin auf Ihr ungebrochenes Interesse.

6. RUHRGEBIETSKONGRESS ZUR KINDER- UND JUGENDGESUNDHEIT

Unter dem Motto „Gesund aufwachsen im Revier“ befördert MedEcon Ruhr seit vielen Jahren den regionalen Austausch der Professionen und Institutionen aus Gesundheitsversorgung, Bildungswesen, Jugendhilfe und Wohlfahrt.

Im März 2020 findet der Kongress nunmehr zum sechsten Mal statt.

Wir freuen uns besonders, dass Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW, erneut teilnehmen wird. Mit dem diesjährigen Schwerpunktthema schließen wir an vorhergehende Kongresse und laufende Aktivitäten an und setzen zugleich neue Akzente: Es geht um Entwicklungsdefizite von Kindern und Jugendlichen, ihre soziale Bedingtheit und die gesundheitlichen Folgen.

Vielfach wird von einer „neuen Morbidität“ im Kindes- und Jugendalter gesprochen. Die Rede ist von medizinisch schwer bestimmbaren Störungen des Verhaltens, der Emotionalität und des Leistungsvermögens von Kindern und Jugendlichen. Sie erfordern häufig pädiatrisches Handeln, aber es droht auch eine Überforderung des medizinischen Systems. Denn die „neue Morbidität“ ist in hohem Maße auf ein ungesundes Aufwachsen in bindungsschwachen und anregungsarmen familiären Umgebungen zurückzuführen, häufig gepaart mit sozialen Faktoren wie Armut und Bildungsferne. Es bedarf auch hier der Kooperation aller an der Kindesentwicklung beteiligten Professionen und Hilfesysteme von der Gesundheitsversorgung über die Jugendhilfe bis zum Erziehungs- und Bildungswesen.

Hiermit wollen wir uns generell, aber auch mit besonderem Blick auf die sozialräumlichen und familienbezogenen Versorgungsstrukturen unserer eigenen Region beschäftigen – mit vorhandenen und absehbaren Defiziten einer familienorientierten Versorgung wie auch mit praktischen Lösungswegen und strukturellen Innovationen, um die Gesundheit der nachwachsenden Generationen nachhaltig zu verbessern.

Wir freuen uns, Sie auf dem 6. Kongress GESUND AUFWACHSEN IM REVIER! begrüßen zu können!

Ihr Team von MedEcon

Das Programm finden Sie auch hier zum Download.

Programm zum 6. Ruhrgebietskongress

Moderation

Dr. Sabine Schipper
Dr. Sabine Schipper, Geschäftsführerin der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft NRW e.V. und Vorstand des MedEcon Ruhr e.V.
Berit Schoppen
Berit Schoppen, Koordinatorin „Managed Care/neue Versorgungsformen“, MedEcon Ruhr GmbH
09:00 Uhr

Check-In

09:45 Uhr

Begrüßung

10:00 Uhr

Armut und Bildungsferne sind schwerwiegende, hemmende Einflüsse auf die frühkindliche Entwicklung

Dr. Ulrich Fegeler
Dr. Ulrich Fegeler, niedergelassener Kinder- und Jugendarzt, Berlin & Gründer und Sprecher des Deutschen Kinderbulletin
10:45

Kaffeepause

12:30 Uhr

Mittagspause

13:30 Uhr

Grußwort der Landesregierung

Karl-Josef Laumann
Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen

Input: Sozialräumliche Versorgung im Ruhrgebiet

Dr. Uwe Kremer
Dr. Uwe Kremer, Geschäftsführer MedEcon Ruhr

Anschließende Diskussionsrunde mit

Dr. Ulrich Fegeler
Dr. Ulrich Fegeler, niedergelassener Kinder- und Jugendarzt, Berlin & Gründer und Sprecher des Deutschen Kinderbulletin
Ursula Hawighorst
Ursula Hawighorst, Fachbereichsleitung "Kinder, Jugend und Familie", Arbeiterwohlfahrt, Bezirk Westliches Westfalen e.V.
Dr. Ulrike Horacek
Dr. Ulrike Horacek, Leiterin des Gesundheitsamtes; Fachärztin für öffentliches Gesundheitswesen, Recklinghausen
Peter Renzel
Peter Renzel, Geschäftsbereichsvorstand für Soziales, Arbeit & Gesundheit der Stadt Essen
Barbara Steffens
Barbara Steffens, Leiterin der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen der Techniker Krankenkasse
15:30 Uhr

Gemeinsamer Ausklang/ Ende des Kongresses

Foren zum 6. Ruhrgebietskongress

Bindungsstörungen & Entwicklungstraumata –
soziale Ursachen und gesundheitliche Folgen

Sichere Bindungen an spezifische Bezugspersonen sind grundlegend für eine gesunde motorische, kognitive und emotionale Entwicklung von Kindern. Erfahren die Aufwachsenden hingegen nicht genügend Bindung, Zuwendung und Aufmerksamkeit, können Entwicklungstraumata mit weiteren gesundheitlichen Folgen und lebenslanger Wirkung entstehen. Die Eltern-Kind-Beziehung ist hierbei von entscheidender Bedeutung und unterliegt selbst sozialen Faktoren wie der materiellen Ausstattung und dem Bildungshintergrund.

In der Diagnostik von Entwicklungsstörungen stehen die Heil- und Sozialberufe vor der gemeinsamen Herausforderung, die tatsächlichen Hintergründe zu erkennen und festzustellen, inwieweit biomedizinische und/oder psychosoziale Faktoren eine Rolle spielen. In der „Therapie“ dürften die Lebenssituation des Kindes und insbesondere familiäre Bindungsgeflechte und Beziehungskompetenzen immer stärker in den Mittelpunkt rücken. Mit Hilfe der Vortragenden wollen wir gemeinsam einen besseren Blick auf die komplexen Zusammenhänge gewinnen.

Vorsitz: Dr. Maria del Pilar Andrino, Leiterin Gesundheitszentrum Franz Sales Haus, Essen

Impulsvorträge mit anschließender Diskussion:

  • Prof. Dr. Rainer Georg Siefen, Kinder- und Jugendpsychiater, Diplom-Psychologe
  • Jost Manderbach, Leiter der Clearing und Diagnostikstelle der Stadt Bochum
  • Thimo Poganski, Gruppenleiter der individualpädagogisch-therapeutischen Kinderwohngruppe, St. Vinzenz Bochum

Familienorientierte Versorgung und sozialräumliche Kooperationen  –
neue Wege im Ruhrgebiet

Sozial bedingte Entwicklungsstörungen von Kindern und Jugendlichen sind in hohem Maße familiär geprägt und werfen die Frage auf, wie es um die familienorientierte Versorgung in den verschiedenen sozialen Kontexte und Stadtteilen (auch und gerade des Ruhrgebietes) bestellt ist. Inwiefern sind die medizinisch-therapeutischen Versorgungsstrukturen den Herausforderungen der „neuen Morbidität“ gewachsen? Inwiefern müssten die pädagogischen Systeme der sozialkompensatorischen Förderung auch mit Blick auf diese Herausforderungen weiter ausgebaut werden?

Beide Fragen müssen zusammengestellt und gemeinsam beantwortet werden. Im Fokus des Forums steht, wie vorhandene Hilfesysteme besser ineinander greifen können. Eine besondere Rolle spielen hierbei Berufe, die sich den Kindern in ihrem familiären Umfeld und in den alltäglich genutzten Einrichtungen widmen. Was kann man aus ihren Erfahrungen lernen und wie erwachsen daraus nachhaltige und regelbasierte Strukturen einer familienorientierten Versorgung?

Vorsitz: Winfried Book, Geschäftsführer des Vereins „Essen.Gesund.Vernetzt. – Medizinische Gesellschaft e.V., EWG – Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH

Impulsvorträge mit anschließender Diskussion:

  • Emilia Liebers, Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Leiterin des Kinder- und Jugendmedizinischen Dienstes, Gelsenkirchen
  • Elke Becker-Gugel, freiberufliche Familien-, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, Vorstandsmitglied des Berufsverbandes Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD)
  • Jennifer Jaque-Rodney, Hebammenwissenschaftlerin, Familienhebamme

Kolloquium –
„Gesund aufwachsen – zwischen Wissenschaft und Praxis“

Erneut wird es auf dem Kongress GESUND AUFWACHSEN IM REVIER! ein themenoffenes Kolloquium geben. Es werden Forschungsvorhaben und wissenschaftliche Fragestellungen aus unterschiedlichen Disziplinen vorgestellt, die sich mit der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen beschäftigen. Wir möchten eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis schlagen, zum einen wissenschaftliche Ergebnisse mit Praktikern diskutieren, zum anderen auch Impulse aus der Praxis in die Wissenschaft hinein zu leiten. Wir haben dazu einen Aufruf gestartet und uns über die Vielzahl von angebotenen Vorträgen gefreut.

Vorsitz: Prof. Dr. Christian Walter-Klose, Professor für Behinderung und Inklusion, Department of Community Health, Hochschule für Gesundheit, Bochum

Impulsvorträge mit anschließender Diskussion:

Störungen vermeiden oder Wohlbefinden entwickeln? – Neurowissenschaftliche Förderung der Selbstregulation und Selbstkontrolle im Schulalltag

  • Dr. Marlies Pinnow Institut für Kognitive Neurowissenschaften, Ruhr-Universität Bochum

MedienFasten – Einfach mal abschalten

  • Dr. Silke Schwarz & Prof. Dr. David Martin, Department für Humanmedizin, Institut für Integrative Medizin, Universität Witten/Herdecke

Förderung der psychischen Gesundheit von geflüchteten Eltern und ihren Kindern

  • Dr. Omar Chehadi, FBZ Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit, Ruhr-Universität Bochum

Anmeldung zum 6. Ruhrgebietskongress

Leider ausverkauft!

Wir freuen uns sehr über Ihr großes Interesse an unserem Kongress. Da unsere räumlichen Kapazitäten bereits ausgeschöpft sind, können wir leider keine weiteren Anmeldungen mehr annehmen. Wir bitten um Ihr Verständnis und freuen uns Sie nächstes Jahr zum siebten Mal am 27. März 2021 begrüßen zu dürfen!

6. Ruhrgebietskongress
GESUND AUFWACHSEN IM REVIER!

Samstag, 7. März 2020, ganztägig im Franz Sales Haus, Essen