Gesund aufwachsen im Revier

Integrierte Versorgung bei ADHS

logoDie Aufmerksamkeits-Defizit-(Hyperaktivitäts-)Störung (AD(H)S) ist eine der häufigsten Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen. Abhängig von Erhebungsmethode und Diagnosekriterien gelten in Deutschland ca. 2 bis 6 % der Kinder und Jugendlichen zwischen 6 und 18 Jahren als betroffen. Die Fallzahlen sowie die Behandlungskosten steigen kontinuierlich.

AD(H)S ist die weitaus häufigste Ursache für Lern- und Leistungsstörungen und Störungen im Sozialverhalten. Un- oder fehlbehandelt erreichen viele dieser Kinder und Jugendlichen keine begabungsentsprechenden Schul- und Berufsausbildungsabschlüsse, können keine beständigen sozialen Bindungen aufbauen bzw. erhalten und weisen entsprechend oft Komorbiditäten auf. Die regional unterschiedlichen Versorgungsangebote werden von den betroffenen Familien oft unkoordiniert in Anspruch genommen. Die Behandlung erfolgt nicht durchgängig auf der Basis geltender Standards.

Vor diesem Hintergrund hat die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und der AOK Rheinland/Hamburg seit 2010 einen Vertrag über die Förderung der Qualität der vertragsärztlichen Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit AD(H)S (gemäß § 136 Abs. 4 SGB V). Ziel des Vertrags ist, eine qualitativ hochwertige leitlinienbasierte Diagnostik und Therapie den betroffenen Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 17 Jahren anzubieten. Teilnehmende Ärzte erhalten die Honorare zusätzlich zum Regelleistungsvolumen. Voraussetzungen für die ärztliche Teilnahme sind ein Kassensitz im KV-Bereich Nordrhein, Mindestfallzahlen von behandelten AD(H)S-Patienten und eine regelmäßige Teilnahme an entsprechenden Qualitätszirkeln.

Für ein optimiertes Angebot zur Diagnostik mit einer verbesserten Koordination der Behandlung sowie eine stärkere Einbindung psychotherapeutischer Leistungen ist der Vertrag gleichzeitig um einen Modulvertrag „Besondere psychotherapeutische Behandlung“ für zusätzliche psychotherapeutische Leistungen durch Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten ergänzt worden.


Weitere Informationen: https://www.kvno.de/10praxis/25vertraeg/adhs/


Erstellt am Freitag, 5. Dezember 2014, 10:42 Uhr