Gesund aufwachsen im Revier

Neurofeedback und ADHS

3dab1bfb87Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Ruhr-Universität Bochum in Hamm gehört zu den führenden klinischen Einrichtungen Deutschlands auf dem Gebiet ADHS. Der Schwerpunkt der Klinik in der Trägerschaft des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) liegt auf der Erforschung und Erprobung nicht-medikametöser Verfahren, hier insbesondere auf Neurofeedback.

Neurofeedback ist ein verhaltenstherapeutisch fundiertes Verfahren, das über eine gelernte Modifikation von Hirnströmen die Verbesserung insbesondere der Selbstregulations-, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsfähigkeit bei ADHS anstrebt. Der Patient lernt schrittweise seine Hirnaktivität, die der Aufmerksamkeit und Steuerung sonst nicht zugänglich ist, wahrzunehmen und sie zu verändern. Grundlage für den Einsatz von Neurofeedback ist das Wissen um Veränderungen der Hirnströme bei ADHS, da ADHS-Patienten im Elektroenzephalogramm (EEG) Veränderungen im Vergleich zu gesunden Kindern aufweisen.

Die wissenschaftlichen Wirkungseinschätzungen über nicht-medikamentöse Therapieansätze klaffen bisher weit auseinander: auf Grund der unzureichenden Datenlage bisheriger Wirksamkeitsstudien belegen sie weder, dass medikamentenlose Therapien wirken, noch dass sie nicht wirken. Mit Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft entsteht derzeit unter der Leitung der LWL-Universitätskinderklinik die bisher größte verblindete Studie zur Wirksamkeit von Neurofeedback. Beteiligt sind etwa 150 von ADHS betroffene Kinder. Im Kern geht es darum, ADHS-relevante Hirnströme zu isolieren, sie sichtbar zu machen und in Kinderbilder zu übersetzen, um diese mit den jungen Patienten zu trainieren – mit dem Ziel die Hirnströme und damit das Verhalten zu ändern.

Erkenntnisse über die Wirksamkeit nicht-medikamentöser Therapien bei ADHS sind für ihren zukünftigen Einsatz essenziell, da viele Eltern keine medikamentöse Behandlung wünschen oder diese auf Grund von Nebenwirkungen bei entsprechenden Patientengruppen gar nicht möglich ist.


Weitere Informationen: http://www.lwl-jugendpsychiatrie-hamm.de/herzl-willkommen2/forschungsfelder/neurofeedback1/

Neurofeedback und ADHS

Erstellt am Montag, 24. November 2014, 15:00 Uhr