Gesund aufwachsen im Revier

Zentrum für Kinder und Jugendliche mit Multipler Sklerose (MS)

Kooperation für wohnortnahe Versorgung an Rhein und Ruhr

Multiple Sklerose (MS) ist als die häufigste progrediente neurologische Erkrankung im Erwachsenenalter bekannt. Auf Grund der Häufigkeit ist die Krankheit bei Krankenkassen, in der Politik und Gesellschaft gleichermaßen bekannt und anerkannt. Anders verhält es sich mit MS bei Kindern und Jugendlichen. Die Erkenntnis, dass MS bereits vor dem Erwachsenenalter auftreten kann, ist noch relativ jung. Erst vor 15 Jahren wurde durch die Fachgesellschaft für Neuropädiatrie eine „vorläufige“ Leitlinie zur Diagnose und Behandlung erstellt.

Bei Kinder- und Jugendärzten ist das Wissen über kindliche Verlaufsformen von MS oftmals noch wenig ausgeprägt mit z.T. für die Betroffenen belastenden Folgen. Trotz der bisherigen Fortschritte bezüglich der Leitlinien ist die Behandlung für das betroffene Kind, den Jugendlichen und deren Familien auf Grund der relativen Seltenheit von MS im Kindes- und Jugendalter mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Eine wohnortnahe Versorgung findet in Deutschland kaum statt. Bundesweit gibt es lediglich ein Zentrum für Kinder und Jugendliche mit MS in Göttingen. Für solche Patienten, die nicht die Möglichkeit und die Mittel haben dort zur Behandlung anzureisen, ist das jedoch keine Alternive.

Mit Blick auf diese Ausgangssituation sollen nun in der Region Rhein-Ruhr entsprechende (wohnortnahe) Strukturen für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit MS geschaffen werden. Initiiert wurde die Idee vom Landesverband der Deutschen Gesellschaft für Multiple Sklerose auf Grund der steigenden Nachfrage betroffener Eltern in der Region. Realisiert werden soll mit Unterstützung von MedEcon Ruhr ein Zentrum für Kinder und Jugendliche mit MS in Kooperation mit dem St. Josef-Hospital der Ruhr-Universität Bochum, der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln, den Universitätskliniken Essen und Düsseldorf, einer MS-Schwerpunktpraxis sowie eine neu gegründete Kinder- und Jugend-MS-Selbsthilfegruppe.

Ziel ist es, die bereits vorhandenen Kompetenzen an Rhein und Ruhr so zu bündeln, dass betroffene Patienten und ihre Angehörigen durch eine Professionalisierung der regionalen Versorgung wohnortnah kompetent medizinisch betreut werden. Zugleich soll damit der Übergang der Behandlung in das Erwachsenenalter stufenlos und systematisch gewährleistet werden. Für den Aufbau des Netzwerks, die Verbundkoordinierung und weitere Konzeptentwicklung unterstützt die Hertie Stiftung das Vorhaben finanziell mit einer Förderung in den nächsten drei Jahren.

Unterstützt durch:

hertie-stiftung


Erstellt am Montag, 24. November 2014, 14:57 Uhr