Gesund aufwachsen im Revier

Bottroper „Präventionspfad Seele“

In Bottrop hat unter der Koordinierung des Gesundheitsamtes ein Netzwerk seine Arbeit auf genommen, das seine Angebote an eine besondere Zielgruppe richtet: Kinder und Jugendliche psychisch kranker und suchtkranker Eltern sollen gezielt Hilfe finden.

Der „Präventionspfad Seele“ verfolgt das Ziel negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Bottrop zu vermeiden. Er soll Orientierung und Struktur in die vorhandene Vielfalt von Einzelmaßnahmen der verschiedenen Träger bringen und den Adressaten der Hilfen Begleitung anbieten. Die Vernetzung der Angebote steht dabei an erster Stelle, so dass Kinder, Jugendliche und deren Eltern von der Schwangerschaft bis zum Übergang ins Erwachsenenleben begleitet werden und ihnen stets Hilfen zur Seite stehen, um „Schnittstellenverluste“ zu vermeiden. Damit werden die Bereiche Prävention, Vorsorge und Hilfen im Bereich psychosozialer Gesundheit von Kindern und Jugendlichen optimal vernetzt.

Gerade in den Übergängen lag in der Vergangenheit das hauptsächliche Problem. So bestanden häufig keine Kenntnisse darüber, ob eine weitergeleitete Familie oder Person auch „angekommen“ sei. Diesem Umstand wurde mittels der Lotsenfunktion einer ständigen Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern des Jugend- und Gesundheitsamtes der Stadt begegnet. Diese stimmt mit den jeweiligen Akteuren ab, ob sich das Kind, der Jugendliche oder die Familie noch auf dem „Präventionspfad“ befindet, den Übergang zu einer anderen Maßnahme gefunden hat oder so stabilisiert wurde, dass eine Begleitung nicht mehr nötig ist.

Die zu vernetzende Angebotspalette erstreckt sich dabei von „Frühen Hilfen für Mutter und Kind“, der Schaffung von Netzwerken für Familien mit Erziehungsschwierigkeiten über die Stabilisierung des „Offenen Ganztags“ bis hin zu Maßnahmen für Schulverweigerer. Die Konzepte und Maßnahmen gehen auf Ideen, Initiativen und Vorschläge verschiedener Gremien, Arbeitskreise und externer Kooperationspartner zurück.

Das Projekt, das zunächst bis Ende 2017 angelegt ist, wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Den kommunalen Anteil trägt die Ernst-Löchelt-Stiftung. Auf Grundlage der bisherigen erfolgreichen Zusammenarbeit ist es Bottrop gelungen, eine weitere Finanzierung mit den Landesmitteln und Stiftungsgeldern ab 2014 über drei Jahre hinweg zu sichern. Bereits 2011 wurde das Projekt mit dem Gesundheitspreis NRW ausgezeichnet.


Erstellt am Freitag, 24. April 2015, 11:19 Uhr