Gesund aufwachsen im Revier

Ärztliches Schnittstellenmanagement in der Pädiatrie in Dortmund

Um die Zusammenarbeit zwischen ambulantem und stationärem Sektor in der Kinder- und Jugendmedizin in Dortmund zu verbessern, ist gemeinsam von der Kinderklinik des Klinikums Dortmund mit dem Obmann der niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte in Dortmund die Entwicklung einer elektronischen Schnittstelle zwischen dem Klinikum und niedergelassenen Pädiatern angeregt worden. Die gewählte informationstechnische Lösung basiert auf der elektronischen Fallakte (eFA). Vorteil ist, dass der Datenaustausch von medizinischen Befunden und Untersuchungsergebnissen auf sicherem Weg, unter Beachtung aller datenschutzrechtlicher Vorgaben und unabhängig von den vor Ort vorhandenen technischen Medien in den Arztpraxen möglich ist, also auch einzelne Ärzteportale angebunden werden können. Niedergelassene Ärzte können sowohl über KV-Safe Net als auch über einen VPN-Tunnel angebunden werden.

Bislang fand der Austausch behandlungsfallbezogener Informationen (Befunde, Laborwerte, Medikation etc.) zwischen Klinik und niedergelassenen Arztpraxen auf dem Papier statt – in der Regel auf dem „Transportweg“ der Eltern oder der Post. Nun können die behandelnden Ärzte im stationären wie ambulanten Bereich die Informationen patientenunabhängig und auf elektronischem Weg direkt via Fallakte einsehen. So kann etwa nach Entlassung die in der Klinik begonnene Therapie ambulant nahtlos fortgesetzt werden bzw. sind die für die stationäre Behandlung notwendigen Informationen (z.B. Vorbefunde, Impfdokumentation) bei Einweisung direkt verfügbar.

Insbesondere Kinder mit chronischen Erkrankungen, die häufig(er) ambulant wie auch stationär behandelt werden müssen, können vom Einsatz der eFA profitieren. Die Beteiligten erhoffen sich insgesamt eine verbesserte Behandlungsqualität, dadurch dass die Verfügbarkeit der Informationen jederzeit direkt am Patienten auch in Vertretungs- sowie Notfallsituationen gewährleistet ist und dadurch Fehlindikationen sowie Doppeluntersuchungen vermieden werden können.

Die Pilotphase zur technischen und organisatorischen Erprobung des Datenaustausches ist Anfang März 2015 gestartet. Beteiligt sind zunächst die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Dortmund sowie 10 niedergelassene pädiatrische Arztpraxen im Raum Dortmund. Das Vorhaben wird durch die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe und den Kassenärztlichen Bundesverband unterstützt. Perspektivisch soll das Projekt auch ambulant versorgte Notfälle einbeziehen. Die Voraussetzungen hierfür sind in Dortmund besonders gut, denn das Klinikum und niedergelassene Ärzte teilen sich bereits seit Jahren den kinderärztlichen Notdienst in Dortmund.

Besondere Herausforderungen für eine reibungslose Etablierung bestehen aber noch – angesichts der Vielzahl der verschiedenen Adressaten auf stationärer (Kinderklinik, Notfallambulanz, Kinderchirurgie, SPZ etc.) wie ambulanter Seite (Einzel- und Gemeinschaftspraxen, MVZ etc.) – in Bezug auf Nutzungsrechte, Pflege der Fallakte, den Zeitaufwand und Datenschutzaspekte. Dennoch stellt die elektronische Fallakte bereits in der Pilotphase ein innovatives und zukunftsfähiges Projekt dar, das helfen wird, die kommunikativen Schnittstellen zwischen Klinik und Praxen besser zu überbrücken.


Erstellt am Montag, 24. November 2014, 15:02 Uhr